Steuererklärung – Das häusliche Arbeitszimmer absetzen

Steuererklärung – Das häusliche Arbeitszimmer absetzen

Kann ich das Arbeitszimmmer in meiner Steuererklärung absetzen? Diese Frage stellen sich Steuerpflichtige alljährlich. Es gibt einige Regelungen für die steuerliche Absetzbarkeit des Arbeitszimmers. Hierzu einige wichtige und hilfreiche Fakten.

Basiswissen in der Zusammenfassung

Für die wenigsten Arbeitnehmer besteht grundsätzlich die Möglichkeit, das häusliche Arbeitszimmer steuerlich abzusetzen. Steht in der Firma kein Arbeitsplatz zur Verfügung, können bis maximal 1.250 Euro jährlich im Bereich Werbungskosten abgesetzt werden.

Ohne Abzug können Kosten geltend gemacht werden, wenn das Arbeitszimmer zu Hause den Mittelpunkt des beruflichen oder betrieblichen Tätigkeitsfeldes darstellt.

Das ist üblicherweise für Selbständige gegeben sowie auch für Lehrer oder Außendienstler. Diese arbeiten auch üblicherweise im Homeoffice.

Für Selbständige gelten diese Kosten als Betriebsausgaben. Arbeitnehmer dagegen können die Aufwendungen für das Arbeitszimmer als Werbungskosten absetzen.

Werden die Voraussetzungen vom Steuerpflichtigen für den Steuerabzug erfüllt, dann kann das Arbeitszimmer auch in geringem Maße für private Zwecke genutzt werden.

Die Ausgaben für die Ausstattung des Arbeitszimmers können innerhalb der Abschreibungsmöglichkeiten für geringwertige Wirtschaftsgüter genutzt werden.

Wann kann das Arbeitszimmer grundsätzlich abgesetzt werden?

Das Arbeitszimmer kann nur in bestimmten Fällen innerhalb der Werbungskosten oder aber der Betriebskosten steuerlich abgesetzt werden. Zwei Ausnahmen machen den Abzug von den Steuern allerdings möglich.

Steht für die beruflichen Tätigkeiten kein Arbeitsplatz zur Verfügung, kann das heimische Arbeitszimmer mit einem Betrag bis zu 1.250 Euro jährlich geltend gemacht werden.

Dazu besteht eine Ausnahme, wenn das heimische Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeiten darstellt. In diesem Fall sind die Kosten hierfür sogar uneingeschränkt abzugsfähig.

Trifft die Regelung zu, dass kein anderer Arbeitsplatz vorhanden ist, dann gilt dies für bestimmte Berufsgruppen. Lehrer und Außendienstmitarbeiter gehören zu diesen Berufsgruppen. Eine weitere Berufsgruppe bilden gegebenenfalls die Heimarbeiter.

Wurde mit dem Arbeitgeber vereinbart, dass zum Heimarbeitsplatz auch ein Arbeitsplatz im Büro zur Verfügung steht, dann ist das heimische Arbeitszimmer nicht absetzbar.

Steht für den Heimarbeiter kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung und die Kosten des heimischen Arbeitszimmers werden als Werbungskosten oder Betriebsausgaben innerhalb der Steuererklärung benannt, kann so das zu versteuernde Einkommen gesenkt werden.

Welche Voraussetzungen zur Absetzung des heimischen Arbeitszimmers muss ein Steuerpflichtiger erfüllen?

Wichtig für die Absetzbarkeit ist, dass das Arbeitszimmer eine häusliche Anbindung hat. Es muss in die heimische Sphäre eingebunden sein und somit zur Wohnung oder dem Haus gehören.

Diese Voraussetzungen kann auch ein Kellerraum oder ein Dachgeschosszimmer erfüllen. Dazu müssen sie aber in unmittelbarer Nähe der Wohneinheit gelegen sein.

Nicht abgesetzt werden können Räume, die eine Ausstattung oder Funktion haben, die nicht einem Büro entspricht. Das können sowohl Ausstellungsräume wie auch Lagerräume oder Betriebsräume sein.

Auch eine abgetrennte Ecke eines Raumes erfüllt nicht die Anforderungen, die an ein absetzbares Arbeitszimmer gestellt werden.

Wichtig ist auch die betriebliche Nutzung. Im absetzbaren Arbeitszimmer werden überwiegend berufliche oder betriebliche Aufgaben umgesetzt. Hierzu gehören aber nicht zwingend Büroarbeiten. Auch ein Schriftsteller kann das Arbeitszimmer steuerlich absetzen.

Aber auch Künstler und geistig tätige Personen können ihr Arbeitszimmer für ihre Tätigkeiten nutzen und dies deshalb steuerlich absetzen.

Die private Nutzung des Arbeitszimmers darf 10 Prozent der Nutzungsdauer nicht überschreiten. Wird der Raum privat und beruflich gleichermaßen genutzt, kann kein steuerlicher Abzug erfolgen.

Was ist absetzbar und was nicht?

Die Kosten für das Arbeitszimmer werden anteilig als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht. Ist keine Zuordnung möglich, werden die Kosten anteilig am Verhältnis der Arbeitszimmerfläche zur Gesamtwohnfläche inklusive Arbeitszimmer aufgeteilt.

Diese Aufteilung erfolgt zum einen für die Miete. Immobilienbesitzer nutzen hierfür die Gebäudeabschreibung sowie die Schuldzinsen für Kredite, die der Anschaffung des Eigentums dienten.

Die Aufteilung gilt zudem für Wasser- und Energie- wie auch Reinigungskosten. Aber auch Renovierungskosten und Ausstattungskosten für beispielsweise Tapeten und Teppiche können aufgeteilt werden.

Einrichtungsgegenstände im Arbeitszimmer werden als Arbeitsmittel angegeben. Dabei sollten Steuerpflichtige daran denken, dass auch Kosten für Regale und Schreibtisch oder den Bürostuhl als Werbungskosten absetzbar sind.

Arbeitsmittel können auch steuerlich geltend gemacht werden, wenn das Finanzamt das Arbeitszimmer als solches nicht anerkennt. Dabei spielt es keine Rolle, wo innerhalb der Wohnung die Arbeitsmittel aufbewahrt werden.

Bedingung ist hier lediglich, dass die Arbeitsmittel für berufliche Zwecke genutzt werden.

Arbeitsmittel als Einrichtungsgegenstände kann ein Steuerpflichtiger sofort absetzen, wenn der Kaufpreis inklusive der Mehrwertsteuer nicht oberhalb von 487,90 Euro liegt. Höhere Anschaffungskosten müssen über die Dauer der Nutzung aufgeteilt werden.

Einen Ausnahmefall bildet die Gartenerneuerung. Muss der Garten wiederhergestellt werden, weil Reparaturen am Gebäude Schäden im Garten entstehen ließen, können diese den Kosten des Arbeitszimmers zugerechnet werden.

Hier können aber nur die Kosten abgesetzt werden, die zur Wiederherstellung des Ursprungszustandes des Gartens entstanden sind.

Luxusgegenstände sind nicht absetzbar

Alle Gegenstände, die als Luxusartikel gelten, können steuerlich nicht geltend gemacht werden. Das betrifft überwiegend beispielsweise Kunstgegenstände, die einen Schmuck des Arbeitszimmers darstellen. Solche Kosten unterliegen nicht den abzugsfähigen Aufwendungen.

Weitere Sparmöglichkeiten

Vom Finanzamt wird als Höchstbetrag die Summe von 1.250 Euro als abzugsfähig akzeptiert. Dieser Betrag gilt als objekt- aber nicht als personenbezogen.

Das bedeutet, dass es unerheblich ist, wie viele Personen dieses Arbeitszimmer innerhalb einer Wohneinheit nutzen. So muss gegebenenfalls eine Aufteilung zwischen verschiedenen Nutzern erfolgen.

Flur, Toilette oder Küche

Die Toilette oder deren Renovierung können nicht steuerlich abgesetzt werden. Auch die Begründung, dass die Nutzung der Toilette, der Küche oder des Flurs innerhalb der beruflichen Tätigkeit erfolgte, hilft hier nicht weiter.

Auch die Führung eines Toilettentagebuchs und die Einteilung, ob die Nutzung berufliche oder private Hintergründe hat, bringt keinen Nutzen für die Absetzbarkeit dieser Kosten.

Gemischte Räume sind grundsätzlich in die steuerliche Absetzbarkeit nicht einbeziehbar. Die Begründung der Finanzämter liegt darin, dass die Nebenräumlichkeiten nicht ausschließlich beruflich genutzt werden.

Das Arbeitszimmer an den Arbeitgeber vermieten

Die Vermietung des Arbeitszimmers an den Arbeitgeber stellt eine weitere Steuersparmöglichkeit dar. In diesem Fall hat der Steuerpflichtige kein heimisches Arbeitszimmer mehr. Er nutzt nun offiziell ein Büro des Arbeitgebers.

Dazu wird ein unbefristeter Mietvertrag zwischen Arbeitgeber und Steuerpflichtigem abgeschlossen. Akzeptiert das Finanzamt den Vertrag, erzielt der Steuerpflichtige nun Einkünfte aus einer Vermietung beziehungsweise Verpachtung.

Dafür kann dann aber der komplette Kostenabzug für diese Einkunftsart erfolgen. Wichtig für diese Lösung ist, dass das vorrangige Interesse beim Arbeitgeber an dieser Lösung gegeben ist.

Diese Vermietung kann beispielsweise dann steuerlich genutzt werden, wenn der Arbeitgeber glaubhaft versichert, dass kein geeigneter Arbeitsplatz für den Steuerpflichtigen im Unternehmen vorhanden ist.

Besonders glaubwürdig ist diese Regelung, wenn der Arbeitgeber mit mehreren Mitarbeitern diese Miet- beziehungsweise Pachtverträge abgeschlossen hat.

Auch wenn die Nutzung des heimischen Büros außerhalb der üblichen Geschäftszeiten stattfindet, akzeptiert das Finanzamt diese Regelung üblicherweise.

Zusammenfassung

Das heimische Büro steuerlich abzusetzen ist möglich, wenn:

  • es vorwiegend für berufliche Zwecke genutzt wird
  • es in die Wohneinheit integriert oder an diese eng angebunden ist
  • der Arbeitnehmer keinen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber hat (Lehrer, Außendienstler)
  • das Büro eine Ausstattung hat, die eine ausschließlich berufliche Nutzung sehr wahrscheinlich macht
  • das heimische Arbeitszimmer ein abgeschlossener Raum ist, nicht nur eine abgetrennte Zimmerecke

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